Wir Menschen streben danach, positive Gefühle zu erleben und uns gut zu fühlen, denn wir haben Angst vor Leid und Schmerz und versuchen dies zu vermeiden. Oft spielt auch die Angst, von heftigen Gefühlen überwältigt zu werden, eine Rolle. Das ist ja auch nachvollziehbar, denn vor allem, wenn ein Mensch ein Trauma, wie beispielsweise Krieg oder Missbrauch erlebt hat, möchte er diese Gefühle nicht wahrnehmen und verdrängt sie. Bei einer Verdrängung werden also negative Emotionen aus dem Bewusstsein verbannt und ins Unbewusste verschoben. Dass die Seele das Erlebte abspaltet, ist ein Schutzmechanismus der Natur. Jedoch hat Verdrängung auch eine pathologische, krankmachende Seite an sich. Sie ist vergleichbar mit einem Ball, den man versucht, unter Wasser zu drücken. Es kostet enorm viel Kraft und der Ball wird an einer anderen Stelle mit erhöhter Geschwindigkeit wieder hervorspringen. So ist es auch mit unterdrückten Gefühlen, denn diese kommen häufig in Form von Ängsten, Depressionen, Verhaltensstörungen, Süchten oder körperlichen Symptomen wieder zum Vorschein.

 

In der Psychotherapie wird im Falle von Verdrängungen also daran gearbeitet, Schritt für Schritt und behutsam die unterdrückten Gefühle wieder wahr zu nehmen und sich dem Thema anzunähern, bis die Auseinandersetzung damit zu einer Desensibilisierung führt. Das Wahrnehmen jeglicher Gefühle hat also den positiven Effekt, dass nicht nur mit den negativen Affekten gesünder umgegangen wird, sondern auch, dass positive Emotionen achtsamer erlebt werden und dies zu mehr Lebensqualität führt.

Verdrängte Gefühle

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